Altersgemischte Teams – Austausch von Wissen ‚on the Job‘

In altersgemischten Teams arbeiten ältere und jüngere Menschen zusammen und lernen durch die Bewältigung gemeinsamer Herausforderungen und dem dabei stattfindenden Wissensaustausch.

Der besondere Vorteil dieses Ansatzes ist, dass ein kontinuierlicher Wissensfluss zwischen Alt und Jung entsteht, ohne dass besondere Maßnahmen ergriffen werden müssen. In der gemeinsamen Arbeit findet der Wissenstransfer quasi von selbst statt.

Jüngere Mitarbeiter sammeln so schneller Praxiserfahrung und ältere Mitarbeiter profitieren vom aktuellen theoretischen Wissensstand. [1]

 

Der Schlüssel dabei liegt in der Verknüpfung der unterschiedlichen Kompetenzen:

Der Neugier, dem aktuellen Fachwissen, den neuen Methoden und der oft höheren Geschwindigkeit der Jungen

MIT

der Erfahrung, dem Qualitätsbewusstsein, dem Prozesswissen und der sozialen Integrität der Älteren;

So entsteht eine Vielfalt an Perspektiven auf ein zu lösendes Problem und die persönlichen Netzwerke ebenso wie der Wissens- und Erfahrungshorizont  des Einzelnen werden erweitert. [2]

Ältere Beschäftigte erfahren auf die Weise ein hohes Maß an Wertschätzung, was sich wiederum positiv auf ihre Motivation und Lernbereitschaft auswirkt. Altersgemischte Teamarbeit kann folglich auch die Basis für eine positive Veränderung der Lernkultur schaffen.

Mögliche Formen altersgemischter Teams:

Allerdings zeigt die Praxis auch, dass die Zusammenarbeit von „Alt und Jung“ durchaus Reibungspunkte  mit sich bringt. Konflikte können beispielsweise dann entstehen wenn:       

  • Ältere, die Vorschläge/das Wissen der Jüngeren mit dem Hinweis ersticken „Das haben wir immer schon so gemacht“
    oder
  • Jüngere mit frischem theoretischem Wissen und Ideen ins Berufsleben einsteigen und den „alten Hasen“ zeigen wollen, wo es lang geht.

In diesen Situationen sind die Führungskräfte besonders gefordert, konstruktive Konfliktlösungen gemeinsam mit dem Team zu finden bzw. das Team dahingehen zu sensibilisieren, damit die Unterschiede weniger als Störung und mehr als Chance und Zugewinn wahrgenommen werden.

Folgende Fragestellungen können bei der Führuhng altersgemischter Teams und im konstruktiven Umgang mit Konflikten unterstützen:

  • Welche Unterschiede bringen die Teammitglieder mit?
  • Welche Ähnlichkeiten sind zu erkennen?
  • Welches Bewusstsein für die Unterschiede haben die Einzelnen? Störung? Potential?
  • Was verbindet das Team?
  • Wie erreiche ich im Team hohe Identifikation mit den Zielen?
  • Wie wirken sich Unterschiede und Ähnlichkeiten auf die Zusammenarbeit aus? Welche sind relevant?

 


[1] Vgl. RKW-Kompetenzzentrum, Toolbox Fachkräftesicherung, 3. Altersgemischte Teams, unter: http://www.fachkraefte-toolbox.de/fachkraefte-halten/erfahrungs-und-wissenstransfer/3-altersgemischte-teams/ 05.04.2013

[2]  Gesellschaft für Arbeitsschutz- und Humanisierungsforschung mbH (GfAH), Altersgemischte Teams, unter: http://www.demowerkzeuge.de/index.php?lang=de&css=&si=217&li=3&ml=203&fl=156 05.04.2013