Gesund und Bunt

Kultursensible Pflegeüberleitung  aus dem Krankenhaus in die häusliche Umgebung für ältere türkeistämmige Menschen in Stuttgart

Unsere Projektziele

Zahlreiche Studien belegen, wie wichtig eine gut organisierte Überleitung und eine passende Anschlussversorgung nach dem Krankenhausaufenthalt für den Heilungsprozess und für die Lebensqualität von älteren Menschen mit Pflegebedarf ist. Versorgungsbrüche bei der Entlassung aus dem Krankenhaus bergen gesundheitliche Risiken und führen zu unnötiger Belastung von Patientinnen und Patienten und ihren Angehörigen sowie zu hohen Folgekosten. Eine passende Anschlussversorgung zu finden stellt jedoch viele ältere Menschen und deren Angehörige vor große Herausforderungen. Auch ältere türkeistämmige Patientinnen und Patienten, sowie ihre Familien sind in solchen Situationen häufig auf sich gestellt. Es fehlt an Angeboten, die die Betroffenen beim Entlassungsprozess unterstützen, sodass sie eine Anschlussversorgung finden, welche die persönliche Biografie und Lebenssituation sowie religiöse und kulturell bedingte Bedürfnisse berücksichtigt.

Um diese Angebotslücke zu schließen und dadurch Versorgungsabbrüche zu vermeiden, hat die Werkstatt PARITÄT gemeinnützige GmbH gemeinsam mit dem PARITÄTISCHEN Wohlfahrtsverband Baden-Württemberg, dem Robert-Bosch-Krankenhaus, dem Deutsch-Türkischen Forum Stuttgart und der alevi.die stiftung das Pilotprojekt „Gesund und Bunt“ ins Leben gerufen.

Ziel des Projektes ist die Entwicklung und Erprobung eines Gesamtkonzeptes für den Einsatz von ehrenamtlichen Lotsinnen und Lotsen / gönüllü yardımcılar, um die Situation für ältere türkischstämmige Menschen beim Übergang aus dem Krankenhaus in die häusliche Umgebung zu verbessern.

Unsere Zielgruppe

Zum einen werden dabei Ehrenamtliche mit türkischem Hintergrund als ehrenamtlichen Lotseninnen und Lotsen / gönüllü yardımcılar eingesetzt, die ältere türkeistämmige Patienteninnen und Patienten im Entlassungsprozess unterstützen. Die ehrenamtlichen Lotsinnen und Lotsen / gönüllü yardımcılar sorgen dafür, dass die persönlichen Bedürfnisse der älteren türkischen Patientinnen und Patienten ernst genommen und berücksichtigt werden. Sie vermitteln bei Missverständnissen mit dem Klinikpersonal und stehen bei sprachlichen Verständigungsschwierigkeiten an der Seite der Betroffenen. Vor ihrem Einsatz erhalten die Ehrenamtlichen eine praxisnahe Fortbildung über wichtige Themen zu Gesundheit und Pflege. Weitere Informationen für interessierte Ehrenamtliche finden Sie im Infoflyer.

Zum anderen ist Teil des Konzeptes, zusammen mit dem Robert-Bosch-Krankenhaus (kurz RBK) eine kultursensible Perspektive für alle Mitarbeitenden zu entwickeln. Wichtige Bausteine sind der fachliche Austausch über interkulturelle Aspekte in der Pflegeüberleitung und die inhaltliche und organisatorische Ausgestaltung der Zusammenarbeit zwischen Patientenkoordination und den ehrenamtlichen Lotsinnen und Lotsen / gönüllü yardımcılar sowie der fachliche Austausch über interkulturelle Aspekte in der Pflegeüberleitung. Die Patientenkoordination bietet für die Zeit nach dem Krankenhausaufenthalt den Betroffenen und ihren Angehörigen individuelle Beratung und Unterstützung bei persönlichen und sozialen Problemen, die sich durch die Krankeit ergeben haben.

Unsere Aktivitäten und Angebote

Die Aktivitäten und Angebote im Projekt bestehen aus vier Bausteinen:

  • Gewinnung von Übergangslotsinnen und Übergangslotsen, welche sich für betroffene Menschen aus ihrer Gemeinschaft freiwillig engagieren möchten
  • Schulung der Übergangslotsinnen und Übergangslotsen zu Themen wie Angebote der Beratung und Unterstützung im Bereich Gesundheit und Pflege; Grundlagen der Kranken- und Pflegeversicherung; etc.
  • Fachlicher Austausch mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des RBK über
    interkulturelle Kommunikation und interkulturelle Aspekte in der Pflegeüberleitung

Begleitung der Übergangslotsinnen und Übergangslotsen sowie der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des RBK bei der Umsetzung in der Praxis und regelmäßige Reflexion.

Projektpartner und Standorte

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Das Robert-Bosch-Krankenhaus in Stuttgart ist ein von der Robert Bosch Stiftung getragenes Krankenhaus an drei Standorten. Mit 1.031 Betten nehmen das RBK, seine Standorte Klinik Charlottenhaus und Klinik Schillerhöhe sowie die Klinik für Geriatrische Rehabilitation im Jahr über 43.000 Patientinnen und Patienten stationär auf. Rund 2.700 Mitarbeitende sorgen dafür, dass sich die Patienten individuell betreut fühlen.

https://www.rbk.de/

DTF-Logo_rgb

Das Deutsch-Türkische Forum Stuttgart e. V. (DTF) wurde 1999 von deutschen und türkeistämmigen Bürgerinnen und Bürgern gegründet. Ziel dieser deutsch-türkischen Bürgerinitiative ist die Förderung der kulturellen Begegnung, Verständigung und Zusammenarbeit. Mit Bildungsinitiativen und Kulturprogrammen leistet der Verein eigenständige Beiträge zur gesellschaftlichen Teilhabe türkeistämmiger Zuwanderer/-innen.

http://www.dtf-stuttgart.de/

Alevi die Stiftung Logo

alevi. die stiftung wurde im September 2013 gegründet. alevi.die stiftung will den alevitischen Glauben sowie Begegnungen zwischen Menschen unterschiedlicher Konfessionen und unterschiedlicher Kulturen in Deutschland im Dienste einer besseren Verständigung und Integration sowie Bildung fördern. Zur Verwirklichung dieser Zwecke will die Stiftung ein Gebäude, namentlich ein Cemevi, in Stuttgart errichten, unterhalten und betreiben.

http://www.alevidiestiftung.de/

 

 

Als einem der sechs anerkannten Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege sind dem PARITÄTISCHEN in Baden-Württemberg über 800 selbstständige Mitgliedsorganisationen mit insgesamt rund 4000 sozialen Diensten und Einrichtungen angeschlossen. Der PARITÄTISCHE steht für sachkundige und innovative Sozialarbeit zum Wohle des einzelnen Menschen und der Gesellschaft.
http://www.paritaet-bw.de/ 

Fördergeber

Das Projekt läuft von 01. Dezember 2015 bis 31. Dezember 2017 und wird durch das Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg aus Mitteln des Landes Baden-Württemberg gefördert.

Weitere Informationen:

Alle Informationen finden Sie zusammengefasst im allgemeinen Infoblatt zum Projekt Gesund und Bunt.

Oder bei Projektmitarbeiterin: Miriam Dignal