NIFA plus – das Netzwerk zur beruflichen Teilhabe von Geflüchteten – kann seine erfolgreiche Arbeit für zwei weitere Jahre, bis 30.09.2028, fortsetzen. Diese erfreuliche Nachricht erreichte uns am 16. Juni 2026 von der Bewilligungsbehörde Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See, die im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales die formale Abwicklung des bundesweiten ESF Plus-Förderprogramms „WIR-Netzwerke integrieren Geflüchtete in den regionalen Arbeitsmarkt“ durchführt.
Damit wird der überregionale Projektverbund seine Arbeit ab dem 1. Oktober 2026 weiterführen können, wenn auch mit einer leicht veränderten Zusammensetzung. Erhalten bleiben dem NIFA plus-Netzwerk folgende Standorte und Träger:
- Werkstatt PARITÄT gemeinnützige GmbH (Vorhabenträger)
- am Projektstandort Stuttgart:
- AGDW e.V. – Arbeitsgemeinschaft für die eine Welt
- eva - Evangelische Gesellschaft Stuttgart e.V.
- am Projektstandort Pforzheim:
- Stadt Pforzheim, Jugend- und Sozialamt
- GBE - Gesellschaft für Beschäftigung und berufliche Eingliederung mbH Pforzheim
- am Projektstandort Landkreis Tübingen
- Asylzentrum Tübingen e.V.
- am Standort Landkreis Main-Tauber
- Kolping Bildung und Soziales gemeinnützige GmbH
Mit einem weinenden Auge verabschieden wir uns zugleich von den engagierten Kolleg*innen der bis zum Ende der ursprünglich bewilligten Laufzeit (30.09.2026) scheidenden NIFA plus-Teilvorhabenpartner BruderhausDiakonie – Stiftung Gustav Werner und Haus am Berg (zweiter TVP am Projektstandort Tübingen) sowie IRIS e.V. (Projektstandort Hohenlohekreis) und danken ihnen herzlich für die vertrauensvolle und engagierte Zusammenarbeit über zahlreiche Jahre im Rahmen von NIFA plus (und den Vorgängerprojekten)!
Für die Zukunft wünschen wir ihnen alles Gute, viel Erfolg bei der Umsetzung ihrer weiteren spannenden Vorhaben im Bereich der Arbeitsmarktintegration und bei allem, was noch vor ihnen liegt. Wer weiß, wann und wie sich die Wege wieder kreuzen!
Für NIFA plus geht es weiter und es war uns eine große Freude, diese Nachricht mit den NIFA plus-Kooperationspartner*innen sowie den Teilnehmenden des Projekts teilen zu können. Die Förderzusage eröffnet uns für zwei weitere Jahre die Möglichkeit, unsere anspruchsvollen Ziele im Bereich der Arbeitsmarktintegration Geflüchteter konsequent weiterzuverfolgen. Dazu gehört, Geflüchtete unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus zu beraten und zu unterstützen, den Zugang zu Förderinstrumenten nach dem SGB II und SGB III wie auch weiteren Regelangeboten für die Zielgruppe zu verbessern, Geflüchtete bei der Berufswegeplanung, Berufsorientierung und einem entsprechenden Bewerbungsmanagement zu unterstützen sowie die Vermittlung in geeignete Sprachkurse und weitere erforderliche Qualifizierungsmaßnahmen zu fördern. Darüber hinaus möchten wir die Beschäftigungsfähigkeit der Teilnehmenden stärken, erhalten oder wiederherstellen und sie nachhaltig in Arbeit, Ausbildung oder Schule vermitteln und entsprechende Zugänge und Strukturen für die zielgruppenspezifischen Bedarfe weiten - weiterhin also die berufliche Teilhabe auf individueller wie strukturelle Ebene für geflüchtete Menschen an den NIFA plus-Projektstandorten aber auch überregional in Baden-Württemberg insgesamt verbessern!

Bis Ende 2025 konnten wir bereits 1.383 Geflüchtete im Projekt beraten und bei dem individuellen Weg in den Arbeitsmarkt unterstützen. Davon waren 500 Frauen, 881 Männer und zwei Personen non-binär. Junge Geflüchtete bis 25 Jahren machten an der Gesamtteilnehmendenzahl einen Anteil von 29,9% aus. Die Vermittlungsquote lag hierbei bei 37,6%: 364 Teilnehmende sind bereits in Arbeit und 156 in Ausbildung oder schulische Bildung mit dem Ziel, den Schulabschluss nachzuholen, eingemündet. Außerdem wurden 29 Teilnehmende bereits mehrfach vermittelt, meist in eine verbesserte Beschäftigung, bspw. zuerst in Ausbildung und dann in Arbeit oder von einem Minijob in einen Vollzeitjob. Vermittelt wird hauptsächlich in die Branchen „Erbringung von Dienstleistungen“, dazu gehören u.a. die Tätigkeit als Friseur*in, Steuerberatung, Produktion etc. und in das „Gesundheitswesen“, aber auch in die Branchen der „Nahrungs- und Genussmittel“, des „nicht spezifizierten, verarbeiteten Gewerbes“ und in die Branche „Erziehung und Unterricht“ werden oft Teilnehmende vermittelt. Viele weitere Teilnehmende befinden sich aktuell noch auf dem Weg in den Arbeitsmarkt. Sie wurden durch zahlreiche vorbereitende Schritte bereits unterstützt, bspw. bei Berufsorientierung über Praktika, bei der weiteren sprachlichen Qualifizierung, bei der Anerkennung von mitgebrachten Qualifikationen, beim Zugang zu Leistungen, bei aufenthalts- und beschäftigungsrechtlichen Fragen, beim Bewerbungsmanagement oder bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. So macht sich der familienorientierte, ganzheitliche Ansatz durch u.a. eine gute Frauenquote von aktuell 36,2% und eine hohe Anzahl von parallel oder nacheinander unterstützten unterschiedlichen Familienmitgliedern in der NIFA plus-Beratung bemerkbar: Jugendliche und Eltern, Partnerinnen und Partner oder auch weitere Familienkonstellationen. Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist ein zentrales Thema in NIFA plus.
Die überregionale Fachberatungsstelle NIFA plus rund um die berufliche Teilhabe Geflüchteter, mit Zielgruppe Multiplikator*innen und Arbeitgebenden, hat bis Ende 2025 bereits 1.676 Personen durch unterschiedliche, bedarfsorientierte Schulungsformate erreicht und 399 individuelle Fachberatungen geführt. Hierbei wurden u.a. Mitarbeitende von Agenturen für Arbeit und Jobcentern, aus Kommunalverwaltungen und Beratungsstellen im Kontext Flucht und Migration, Ehrenamtliche und Arbeitgebende unterstützt.
Wenn Sie mehr über die Menschen hinter diesen Zahlen erfahren möchten, finden Sie auf unserer Homepage zahlreiche Erfolgsgeschichten von NIFA plus-Teilnehmenden. Diese Geschichten zeigen eindrucksvoll, welche Wege durch Beratung, Unterstützung und persönliche Entschlossenheit bereits möglich wurden und weiterhin werden: NIFA plus-Erfolgsgeschichten | NIFA Plus. Für uns sind diese Erfolgsgeschichten Leuchttürme auf dem oftmals herausfordernden Weg der Begleitung und Unterstützung von Geflüchteten bei der Arbeitsmarktintegration. Zudem finden Sie auf der Homepage auch einige Zitate von Projektmitarbeitenden und Multiplikator*innen, die einen Einblick in unsere Arbeit bzw. die unterschiedlichen Angebote und Aufgaben geben.
Nun liegen zwei weitere spannende und dynamische Jahre vor uns, geprägt von der Umsetzung der Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS), wirtschaftlichen und arbeitsmarktpolitischen Entwicklungen sowie neuen Herausforderungen und Chancen für die Integration von Geflüchteten. Vor allem aber hoffen wir auf viele weitere Erfolgsgeschichten, die zeigen, wie berufliche und gesellschaftliche Teilhabe gelingen kann.