RENA ODER DIE KUNST EINE FIRMA ZU ÜBERGEBEN
von HARALD STICKEL Geschäftsführer Plan B gGmbH bis Sept. 2024 - Dipl. Sozialarbeiter FH
Ich hatte mich im Februar 2024 entschieden, vorzeitig in Ruhestand zu gehen. Das entsprach nicht dem ursprünglichen Plan, denn das Ende sollte erst im Mai 2025 sein. Aber meine gesundheitliche Situation hatte sich verschlechtert, sodass ich am liebsten bereits im September 2024 den Ruhestand antreten wollte. Meine designierte Nachfolgerin Isabella Heilig war dabei erst mal überrascht und nicht erfreut über diese zeitliche Verschiebung. Was uns die Entscheidung dann am Ende leichter gemacht hat: Wir haben uns für RENA (Paritätisches Netzwerk für Resilienz und Nachhaltigkeit für eine zukunftsfähige Sozialwirtschaft) beim Paritätischen Landesverband beworben. RENA fasst verschiedene Beratungseinrichtungen/Träger der Wohlfahrtspflege bundeslandübergreifend zusammen, die sich mit der Weiterentwicklung der Arbeit und den Themen Digitalisierung, Nachhaltigkeit, Bindung und Akquirierung von Mitarbeitenden oder dem Übergang der Geschäftsführung beschäftigen. Die Idee war, dass die beteiligten Einrichtungen voneinander profitieren, indem sie ähnliche Themen herausarbeiten und sie gemeinsam lösen. Ein Teil des Projekts war die Begleitung der Geschäftsführer:innen und weiteren Mitarbeitenden, die Projektinhalte nach innen übersetzen sollten.
Im Rahmen von RENA sollte uns ein Coach zur Seite gestellt werden, die auf die Umsetzung der von uns formulierten Ziele achtet und sie gemeinsam mit uns bearbeitet. Bei dem ersten Termin mit der Beraterin, war schnell klar, dass wir unseren gemeinsamen Fokus auf den Übergang der Geschäftsführung legen werden und die anderen Themen hinten anstellen würden. Die Begegnung und die Zusammenarbeit mit Frau Voges von https://www.servicedesign-suedwest.de/ hat dazu beigetragen, dass Dinge, an die wir selbst nicht gedacht hätten, auf der Agenda waren:
- Führungsstil des alten GF und der neuen GF
- Befürchtungen der Mitarbeitenden angesichts des Wechsels
- Unterscheidung der Funktion und der Rollen als GF
- Erarbeitung der Rollen und ihrer Implikationen
- Erarbeitung einer Wissenslandkarte auf der alle Themen, die für die GF der Plan B gGmbH von Bedeutung sind
- Verteilung der Verantwortlichkeiten mit den Teamleiter:innen
- Wen kann ich für welche Rollen als Geschäftsführerin einbeziehen und wo finde ich die Informationen dafür…
Ein großer Teil der Arbeit hat nur mit uns Geschäftsführer:innen stattgefunden und ein weitere mit auswählten Mitarbeitenden und den Teamleiter:innen. Diese Aufzählung gibt nur schlaglichtartig wieder, welchen Prozess wir hier hatten. Ein Teil des Prozesses war, dass wir beide, Isabella und ich uns nähergekommen sind und sehr offen die notwendigen Dinge austauschen konnten. Der andere Teil war die Sicht von außen, die unsere Arbeit kritisch hinterfragt hat. Etwa wie funktioniert die Öffentlichkeitsarbeit, wo sollte sie nachgesteuert werden, sind wir mit den Zielen auf dem richtigen Weg und wie wird unsere Firma als Marke wahrgenommen? Wir haben dadurch einen guten Übergang geschaffen. Isabella konnte die Aufgaben gut übernehmen … immer mit der »Wissenslandkarte im Hintergrund«.