NIFA – Netzwerk zur Integration von Flüchtlingen in Arbeit

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Die Fördergeber:

Das Projekt „NIFA- Netzwerk zur Integration von Flüchtlingen in Arbeit“ wird vom 01.07.2015 bis zum 31.12.2020 im Rahmen der ESF-Integrationsrichtlinie Bund im Handlungsschwerpunkt „Integration von Asylbewerberinnen, Asylbewebern und Flüchtlingen (IvAF)“ durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds gefördert.

Ein Verlängerungsantrag für den Zeitraum 01.01.2021 bis 31.12.2021 wurde bereits beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales bzw. dem Bundesverwaltungsamt gestellt.

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Unser Ziel:

Der Schlüssel zur Integration von Flüchtlingen in die Gesellschaft und der Grundstein für ein selbstständiges Leben ist die Aufnahme einer Ausbildung oder Beschäftigung. Doch die aufenthalts- und sozialrechtlichen Rahmenbedingungen sind sehr komplex und erfordern besondere Beratungs- und Unterstützungsangebote sowohl für Flüchtlinge als auch für Arbeitgeber*innen und Multiplikator*innen.

Ziel des Projekts „NIFA – Netzwerk zur Integration von Flüchtlingen in Arbeit“ ist es daher, die Zugänge zum Ausbildungs- und Arbeitsmarkt strukturell zu verbessern. Zudem sollen die Beschäftigungsfähigkeit von Geflüchteten mit Zugang zum Arbeitsmarkt durch individuelle Maßnahmen erhöht und ihre Integration sowie ihr Verbleib im Arbeitsmarkt nachhaltig unterstützt werden.

Im ursprünglichen Projektzeitraum 01.07.2015 bis 30.06.2019 sollten 1.838 Personen mit Fluchthintergrund, davon 558 Frauen und 644 Jugendliche bis 27 Jahre, bei ihrer Integration in den Arbeitsmarkt unterstützt werden. Das Ziel war 45% davon erfolgreich in Arbeit, Ausbildung und schulische Bildung zu vermitteln.

Zum Stichtag 30.06.2019 sieht es so aus, dass die geplante Teilnehmendenzahl von 1.838 übertroffen wurde: 1.393 Männer und 530 Frauen wurden bei ihrem individuellen Weg in den Arbeitsmarkt unterstützt und begleitet. Von den 1.923 Personen haben rund 489 erfolgreich eine Arbeit und 209 eine Ausbildung aufgenommen, weitere 52 holen ihren schulischen Bildungsabschluss nach. Dies entspricht einer Vermittlungsquote von 39%.

Die Arbeitsmarktintegration ist jedoch ein längerer Prozess und bereits zuvor mussten zahlreiche Schritte unternommen werden: 254 Teilnehmende wurden bei der Anerkennung ausländischer Qualifikationen und 322 bei der Sprachförderung unterstützt. 202 Personen in Praktika, 28 in Einstiegsqualifizierungen und 12 in FSJ/BfD vermittelt. Vieles weitere lässt sich nicht quantifizieren.

In der bereits bewilligten Verlängerungsphase vom 01.07.2019 bis 31.12.2020 wird der Fokus noch einmal verstärkt auf der nachhaltigen Vermittlung und Integration sowie auf der Aufenthaltsverfestigung und dem Empowerment der Zielgruppe, insb. von Frauen und Geduldeten, liegen. Das Teilnehmendenziel wurde entsprechend auf insgesamt 2.445 Teilnehmende bis Projektende erhöht, davon 32,5% Frauen. Die zu erzielende Vermittlungsquote wurde noch einmal leicht auf 47,5% angehoben.

Ein Verlängerungsantrag für den Zeitraum 01.01.2021 bis 31.12.2021 wurde bereits beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales bzw. dem Bundesverwaltungsamt eingereicht.

Die Zielgruppe:

Die Teilnehmendengruppe des Projekts umfasst Geflüchtete mit Aufenthaltsgestattung, Duldung und Aufenthaltserlaubnis mit mindestens nachrangigem Zugang zum Arbeitsmarkt.

Gleichzeitig richtet sich das Projekt an Akteur*innen im Bereich der Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen, bspw. Ehrenamtliche, Integrationsmanager*innen, Berater*innen von JMD und MBE, Mitarbeitende der Arbeitsagenturen und Jobcenter, Arbeitgeber*innen und Personaler*innen aus Betrieben, Unternehmen, Verwaltungen und Kammern sowie weitere Multiplikator*innen.

Unsere Angebote und Aktivitäten:

NIFA bietet sowohl Beratungs- und Unterstützungsangebote direkt für Geflüchtete in der Projektregion als auch für Arbeitgebende, Multiplikator*innen sowie Ehrenamtliche überregional an.

Die NIFA-Projektregion umfasst folgende Projektstandorte: Stuttgart, Pforzheim, Tübingen und seit 2020 zusätzlich Öhringen, Künzelsau und Tauberbischofsheim sowie dezentrale Beratung in den Landkreisen Hohenlohe- und Main-Tauber-Kreis und Tübingen.

Das Angebotsspektrum für Geflüchtete an den NIFA-Projektstandorten umfasst:

  • Individuelle und ganzheitliche Beratung zu beruflichen und schulischen Möglichkeiten
  • Kompetenzfeststellung und Potenzialanalyse
  • Vermittlung in (berufsbezogene) Sprachförderung, Bildungs- und Qualifizierungsangebote
  • Unterstützung bei der Anerkennung von ausländischen Qualifikationen
  • Individuelle Berufsorientierung und -vorbereitung
  • Unterstützung bei Stellensuche und Bewerbungsmanagement
  • Passgenaue und nachhaltige Vermittlung in Praktika, Ausbildung, Arbeit und schulische Bildung sowie Begleitung nach Vermittlung zur Vermeidung von Abbrüchen
  • Empowerment und Aufenthaltsverfestigung, insb. von Geduldeten und geflüchteten Frauen

Für freiwillig Engagierte im Rahmen des Projekts bietet NIFA:

  • Individuelle Fachberatung per Telefon oder E-Mail
  • Qualifizierung und Begleitung im Rahmen der „Ausbildungs- und Jobpatenschaften für Flüchtlinge“ bzw. bei Bewerbungswerkstätten für Geflüchtete
  • Bereitstellung von Infomaterialien und Broschüren

Außerhalb der Projektregion bietet NIFA zudem folgende Unterstützung in Baden-Württemberg an:

Für Arbeitgeber*innen:

  • Fachberatung, Schulung und Unterstützung rund um die Einstellung von Geflüchteten, zu flankierenden Sprachkurs- und Bildungsangeboten sowie zur Aufenthaltsverfestigung, z.B. zur Ausbildungs- und Beschäftigungsduldung

Für Multiplikator*innen:

  • Fachberatung und Professionalisierung lokaler und regionaler Netzwerke wie Arbeitsmarktakteur*innen rund um die Begleitung von Geflüchteten bei der arbeitsmarktlichen Integration und Aufenthaltsverfestigung
  • Schulungen für verschiedene Zielgruppen zu Fragen rund um den Arbeitsmarkt- und Bildungszugang, Fördermöglichkeiten sowie etwaige Bleibeperspektiven wie Ausbildungs- oder Beschäftigungsduldung, z.B.:
    • Schulung für Integrationsmanager*innen in Baden-Württemberg
    • Schulungen für Mitarbeitende der Arbeitsverwaltung in Baden-Württemberg
  • Sensibilisierung und Bereitstellung von Infomaterialien und Broschüren u.a. bezüglich des Zugangs zum Arbeitsmarkt, zu Fördermöglichkeiten und Bleiberechtsregelungen

 Unsere Partner:

Der Projektverbund besteht aus 14 Partnerorganisationen aus den Bereichen öffentliche Verwaltung, Flüchtlings-, Bildungs- und Beratungsarbeit in der Region Stuttgart, Tübingen und Pforzheim sowie seit Anfang 2020 in der Region Hohenlohe-Main-Tauber. Er verfügt über umfangreiche Erfahrungen aus dem Vorgängerprojekt „Netzwerk Bleiberecht“ und kooperiert eng mit strategischen Partner*innen wie Wirtschaftskammern, Agenturen für Arbeit, Verwaltungen, Betrieben und Unternehmen.

Seit Januar 2020 gehören im Auftrag des BMAS drei weitere Teilprojekte in der Region Hohenlohe-Main-Tauber zu NIFA, da ein anderes IvAF-Netzwerk das Projekt nicht verlängert hat. Somit wird die erfolgreiche NIFA-Arbeit ausgeweitet, bereits erfolgte Integrationsarbeit nachhaltig gesichert und Beschäftigungsverhältnisse stabilisiert.

Durch die Aufnahme der drei weiteren Teilprojekte ist NIFA mit 14 Projektpartner*innen bundesweit das größte IvAF-Netzwerk unter den bestehenden 40 Projektverbünden. Eine besondere Anerkennung der bisherigen Erfolge und eine besondere Verantwortung.

Weitere Informationen:

Projektleitung Kirsi-Marie Welt oder Projektkoordination Julia Aplas sowie auf der Projekthomepage